Welcher Energieausweis ist der richtige?

Mittlerweile besteht eine Pflicht für Hauseigentümer, einen Energieausweis zu erstellen – zumindest, wenn das Gebäude vermietet, verpachtet oder verkauft wird. Diese Pflicht gilt seit dem 1. Juli 2009 sowohl bei Wohn- als auch bei Nichtwohngebäuden. Für Wohngebäude war die Ausstellung des Ausweises zudem schon eher Pflicht, seit dem 1. Juli 2008. Durch diese Pflicht ist es Mietern und Käufern möglich, die Energieeffizienz des Hauses zu bewerten. Für viele stellt dies ein wichtiges Kriterium dar. Bei öffentlichen Nichtwohngebäuden besteht sogar eine Aushangpflicht: Der Energieausweis muss also gut sichtbar aufgehängt sein. Dies gilt aber nur, wenn die Nutzfläche über 1.000 Quadratmeter groß ist. Kaufhäuser, Einzelhandelsgeschäfte oder Bankgebäude sind von dieser Pflicht allerdings ausgenommen, da es sich hier um private Dienstleistungen handelt. Schulen oder Sozialämter dagegen sind beispielsweise öffentliche Nichtwohngebäude, die unter die Aushangpflicht fallen.
Für Wohngebäude gibt es zwei unterschiedliche Arten des Energieausweises: Die verbrauchsorientierten und die bedarfsorientierten Bescheinigungen. Seit 1978 haben die Eigentümer freie Wahl, welche der beiden Möglichkeiten sie wählen. Wichtig ist, dass sie die Unterschiede der beiden Varianten kennen und so die für sich am sinnvollsten erscheinende auswählen. Der bedarfsorientierte Energieausweis, kurz Bedarfsausweis, errechnet Werte, die unabhängig von den Bewohnern und deren Gewohnheiten sind. In die Berechnung fließen die Größe des Gebäudes, die verwendeten Baumaterialien und die Anlagetechnik mit ein. Der Energiebedarf wird dann unter Berücksichtigung der Normbedingungen ausgerechnet. Der Vorteil dieser Bescheinigung ist, dass genau ersichtlich ist, in welchen Bereichen Schwachstellen in der Energieeffizienz auftreten. Allerdings ist die Erstellung aufwendig und kostet deswegen mehr als die Erstellung des Verbrauchsausweises. Dieser wird anhand der Grundlage des tatsächlichen Energieverbrauchs der letzten drei Jahre berechnet. Da Bewohner allerdings unterschiedlich heizen, je nach persönlicher Vorliebe und Witterungsbedingungen, kann der errechnete Wert vom Bedarfswert abweichen. Der Vorteil dieser Variante des Ausweises liegt in der einfachen und daher kostengünstigen Erstellung. Außerdem kommt diese Bescheinigung in den meisten Fällen zu besseren Ergebnissen des Energieverbrauchs – beispielsweise, weil nicht immer alle Räume beheizt werden. Diese Möglichkeit wird beim Bedarfsausweis nicht in Betracht gezogen.

Kurzes Fazit:
Der Verbrauchsausweis ist zugelassen für alle: Nichtwohngebäude; Wohngebäude, für die der Bauantrag nach dem 1.11.1977 gestellt wurde. Wohngebäude mit mehr als 4 Wohneinheiten und Wohngebäude, die die 1. WSchV erfüllen.
Der Bedarfsausweis ist für alle Gebäude zugelassen. Wird generell bei Altbauten benötigt.

 



Hinterlasse ein Kommentar